Gemeinschaft ist: lebenswichtig

Jeder kennt es: das Gefühl von Einsamkeit. Wenige wissen: Zu viel davon macht krank.

Das Rote Kreuz nennt sie eine „Epidemie im Verborgenen“: die Einsamkeit. Sie kann Menschen aller Altersstufen und Lebensabschnitte treffen. Auslöser sind oftmals ein Ausscheiden aus dem Berufsleben, Trennungen oder Trauerfälle. Ohne eine alternative Form der Gemeinschaft, die uns in einem solchen Fall auffängt, werden wir nicht nur einsam, sondern dadurch auch krank. Studien zufolge kann Einsamkeit die allgemeine Lebenserwartung beträchtlich verringern.

Wie relevant das Problem Einsamkeit in unserer modernen Gesellschaft mittlerweile ist, zeigt sich auch am Beispiel Großbritannien. Hier wird es künftig ein Ministerium für bzw. gegen Einsamkeit geben. Einer der Gründe dafür ist das Ergebnis einer Erhebung. Es zeigt, dass viele Senioren durchschnittlich nur noch einmal im Monat ein Gespräch mit Freunden oder Verwandten führen. Auch in Großbritannien tragen Einsparungen im Pflegesektor zu einer zunehmenden sozialen Isolation im Alter bei. Und gegen diesen traurigen Umstand geht man nun von höchster Stelle programmatisch vor.

Natürlich kann Einsamkeit auch heilsam sein. Wenn man sie beispielsweise in einer abgelegenen Berghütte sucht, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Doch während gegen eine bewusste Zeit fernab vom üblichen Treiben absolut nichts einzuwenden ist, gibt es zunehmenden Handlungsbedarf gegen Einsamkeit, die sich inmitten unserer Gesellschaft ausbreitet. Und die Verantwortung dafür liegt nicht nur in den Händen der Politik, sondern bei jedem Einzelnen von uns.

Im alltäglichen Leben gilt es, Gemeinschaft aktiv zu leben. Sei es in der Familie, der Nachbarschaft, im Berufsleben, bei unseren Hobbys und, warum eigentlich nicht, vielleicht auch wieder ein bisschen mehr im täglichen Umgang miteinander.

Wie wäre es zum Beispiel, den alleinstehenden alten Herrn aus dem zweiten Stock nicht nur höflich zu grüßen, sondern einfach mal zu fragen, wie es ihm geht? Es wäre ein Anfang. Und vielleicht sogar der Beginn einer der wichtigsten Gemeinschaftsformen im Leben: der Freundschaft.

Weitere Beiträge